| Bestandsgeschichte | Ein in der Hessischen Landes- und Hochschulbiliothek Darmstadt verwahrtes Zinsverzeichnis der Abtei Seligenstadt von 836 n.C. nennt den Namen des heutigen Darmstädter Stadtteils Arheilgen, in der Schreibung "araheiligon", zum ersten Mal. Der Ort kann damit auf eine beinahe 1200-jährige Geschichte zurückblicken und ist damit, da für diese keine genau datierte Ersterwähnung zu ermitteln ist, älter als die Stadt, zu der er heute gehört. Von den elf Jahrhunderten der Geschichte bis zur Eingemeindung ist nur ein Teil im 1937 an die Stadt Darmstadt abgegebenen Gemeindearchiv überliefert. So datieren die ältesten Stücke aus dem 16. Jahrhundert (Bedebuch von 1585), die älteste Bürgermeistereirechnung stammt von 1659, eine kontinuierliche Überlieferung beginnt jedoch erst im 18. Jahrhundert. Damit ist der Bestand dem des Eberstädter Gemeindearchives (StadtA DA Best. 15) vergleichbar. Man benötigt als auch hier ergänzende Bestände des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt.
Die 1990 verzeichneten Akten kamen wohl bald nach der Eingemeindung am 1. April 1937 ins städtische Archiv. In den Jahren 1969/1970 wurde durch Carl Horst Hoferichter ein vorläufiges Findbuch erstellt, das sich an den vorgaben der Archivberatungsstelle des Hessischen Landkreistages orientierte. Eine Trennung von Akten- und Amtsbuchbestände wurde damals nicht vorgenommen. Die Verzeichnung erfolgte kursorisch. Im Laufe der Jahre 1979, 1987 und 1989 kamen noch Nachträge aus Ablieferung der Bezirksverwaltung Arheilgen hinzu, die sich dabei zum Teil um Stücke, die 1937 zunächst an die Behörden der Stadt Darmstadt abgegeben worden waren, um die laufenden Geschäfte der zuvor eigenständigen Gemeinde weiterzuführen. Da ein Einbau dieser Neuzugänge in die vorgegebene Ordnung Schwierigkeiten bereitete und die als erster Zugang nützliche Erstverzeichnung noch manche Frage offenließ, entschloss sich das Stadtarchiv, den gesamten Bestand neuaufzunehmen, um ein dem Standard der Kreisamts-Repertorien des Staatsarchivs und dem Stadtarchiv-Findbuch zum Bestand Eberstadt vergleichbares Repertorium zu schaffen.
Im Laufe des Jahres 1990 wurden die Amtsbücher durch Sabine Lemke aus dem Gesamtbestand herausgelöst und nach den Richtlinien, die bei der Verzeichnung der Eberstädter Bestände angewandt wurden, neu verzeichnet. Die Aufstellung erfolgte in Konvolutumschlägen als Bestand ST B 14. Die Akten wurden mit Hilfe des EDV-gestützen Datenbankprogramms DBase durch Peter Berninger neu verzeichnet und, in Kartons verpackt, als Bestand ST 14 A neu aufgestellt. Anschließend wurden auch die Amtsbücher elektronisch erfasst. Anschließend wurden auch die Amtsbücher elektronisch erfasst. Das Programm lief mit einer durch Werner Engel am Staatsarchiv Marburg erstellten DBase-Applikation, die für die Zwecke des Stadtarchivs Darmstadt modifiziert war. Der gesamte Bestand Arheilgen ist deshalb auch über Suchroutinen im On-Line-Betrieb (mit Freitextsuche) recherchierbar.
Die Klassifizierung und Ordnung erfolgte auf der Grundlage des Einheitsaktenplans für die hessische Gemeinden von 1908. Dabei wurden die Aktengruppen durch Voranstellung eines "A" vor der Signatur gekennzeichnet. Die Signatur setzt sich aus der Gruppe des Aktenplanes und einer Numerus-Currens Nummer zusammen. Die Gliederung der Amtsbücher lehnt sich an die Vorgaben des Eberstädter Repertoriums an und ist nach den verschiedenen Überlieferungszwecken gegliedert.
Die Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurden im Oktober 1990 abgeschlossen. Die Textbearbeitung erfolgte anhand einer unter DBase erstellten ASCII-Datei mit dem Textverarbeitungsprogramm Word. Nach einer Vereinheitlichung der Bestandssignturen aller Bestände des Stadtarchivs Darmstadt lautet die Signatur des Bestands "StadtA DA 14 Gemeindearchiv Arheilgen". 2022 begann die Übertragung der Verzeichnung des analogen Findbuchs nach Arcinsys. Aktualisierungen wurden ab diesem Zeitpunkt nur noch in der digitalen Erschließung vorgenommen. |
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